0. Ist dein Kind bereit für die Uhr?

Ist dein Kind bereit für die Uhr?

So läuft der Prozess beim Erlernen der Uhr ab

Ein Kind teilt den Tag zunächst nicht unmittelbar in Zeitabstände ein, wie wir Erwachsene, sondern in Ereignisse: Jetzt ist Schlafenszeit, Spielzeit oder Essenszeit.

Meist kommt dann ein Entwicklungsschritt, da will es dein Kind ganz genau wissen. Du erkennst, dass dein Kind in diesem Entwicklungsschritt angekommen ist, wenn du öfters mal diese Frage hörst: „Und was machen wir dann?“

Dein Kind möchte genau von dir wissen, was am Tag alles ansteht.


So erklärst du deinem Kind geduldig, was ihr zum Beispiel am Samstag alles machen werdet. "Zuerst essen wir Frühstück, dann gehen wir einkaufen und später kommt Oma uns dann besuchen."

Das gibt deinem Kind Halt und hilft bei der bekannten Einteilung in Ereignissen.


Wann ist dein Kind soweit, die Uhr zu lernen?

Irgendwann reicht das dann nicht mehr, da möchte dein Kind einen Anhaltspunkt, wann es soweit ist. Es nimmt das Objekt Uhr für sich an und du merkst, dass es damit „arbeiten“ möchte.


Wenn dein Kind soweit ist, kannst du mit dem systematischen Erlernen der Uhr beginnen.


Die erste Begegnung mit der Uhr

Uhren gibt es viele verschiedene: Digitale Uhren, analoge Uhren, Sanduhren, Eieruhren, …


Der erste Kontakt ist meist mit der digitalen Uhr – also z. B. in dieser Form:

08:45 Uhr


Das ist okay, aber zum systematischen Lernen brauchen wir die analoge Uhr.

Bei der digitalen Uhr kann man z.B. sagen: „Wenn die Zahlen 07:15 Uhr (gesprochen 7 Uhr 15) zeigen, gehen wir los."


Aber einem Kind fällt es auf der digitalen Uhr schwer, diesen Moment kommen zu sehen. Es kann die Zeitspanne nur schwer erfassen.

Irgendwann merkst du, dass sich dein Kind für die analoge Uhr (also die mit den Zeigern) interessiert. Dabei hilft es, wenn ihr davon 2-3 bei euch zu Hause hängen habt, an denen dein Kind immer mal wieder vorbeiläuft.

Bis zum vollständigen Lesen der Uhr ist es dann noch ein weiter Weg, aber du kannst das schrittweise anbahnen und es deinem Kind so leichter machen. Du kannst deinem Kind den Prozess erleichtern und ihm eine Uhr schenken (wenn du es nicht bereits eh getan hast).


Ich kann dir diese Wanduhr und diese Armbanduhr empfehlen.


Auch wenn dein Kind die Uhrzeit nicht sofort ablesen kann, will es von dir wissen, wie die Zeiger stehen müssen, bis eine bestimmte Sache losgeht. „Dein Freund kommt um 15 Uhr.“ „Wo muss der kurze Zeiger sein und wo der lange?“


Oder du zeigst deinem Kind, bis wohin der lange Zeiger noch wandert, bis ihr losmüsst.

Dein Kind kann auf der analogen Uhr den Zeitverlauf viel besser erfassen als auf der digitalen Uhr.


Den Aufbau der Uhr erklären

Wenn du feststellst, dass dein Kind ein Interesse am Lesen der Uhr hat, ist es bereit für den ersten Schritt. Dazu habe ich für dein Kind im nächsten Abschnitt ein Erklärvideo mitgebracht.


Dabei lernt dein Kind den Aufbau der Uhr kennen.

Es versteht die einzelnen Zeiger zu unterscheiden und nimmt die Unterschiede in der Schnelligkeit wahr (ohne das genauer mit dem Zeitverlauf zu verknüpfen).

Dein Kind lernt hier, dass der kurze Zeiger die Stunden angibt und der lange Zeiger die Minuten. Es ist okay, wenn eure Uhr keinen Sekundenzeiger hat. Den könnt ihr an dieser Stelle getrost erstmal vernachlässigen.

Dein Kind erfasst, dass der lange Zeiger sich einmal komplett drehen muss, bis der kurze Zeiger nur eine Zahl weiter gerückt ist.

Es bekommt ein Gespür davon, dass es viel länger dauert, wenn der kurze Zeiger bis zu einer bestimmten Zahl gewandert ist, als der lange Zeiger braucht.

Wenn dein Kind in dieser Entwicklungsphase ist, setze die Uhr als „Arbeitswerkzeug“ ein, um deinem Kind bestimmte Zeitspannen transparenter zu machen.


„Wenn der lange Zeiger auf der 6 ist, gibt es Abendessen.“

„Wenn der kurze Zeiger auf der 8 und der lange auf der 12 ist, geht es ins Bett.“


In dieser Phase wird dein Kind dich auch öfters fragen, wie die Zeiger stehen müssen, wenn du eine Uhrzeit sagst.


„Um drei Uhr kommt Oma.“ – „Wo müssen die Zeiger sein?“


Wenn dein Kind die Uhr nicht von selbst als „Arbeitswerkzeug“ verwendet, dann bring du sie öfters ins Gespräch: „Guck mal, wenn der lange Zeiger auf der 12 ist und der kurze auf der 8, dann ist es 8 Uhr und Zeit zum Schlafengehen.“


Wie geht es jetzt weiter?

Wenn du das Gefühl hast, dein Kind interessiert sich für die Uhr, dann zeige deinem Kind nun das Erklärvideo hier in dieser Lektion.

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Mehr Informationen

Hinweise zur Nutzung des Materials

Ich habe dir das Übungsmaterial in Form kleiner Karteikarten erstellt. So hast du die Möglichkeit, wieder die Lernbox zum Üben einzusetzen.


Hinweis: Bitte übe immer nur eine Sache in einer Lernbox. Also nicht munter Minusaufgaben, Karten zur Uhr und Malaufgaben in einer Box üben.


Allerdings könnt ihr zu Hause mehrere Boxen parallel verwenden. Praktisch, wenn sich diese auch farbig unterscheiden. Empfehlen kann ich dir diese Box. 


So könnt ihr üben

Du siehst auf den Lernkarten kleine gelbe Sterne. Diese geben den Schwierigkeitsgrad an.

Beginne immer bei einem Stern und wenn dein Kind hier die Lösung sicher benennen kann, wechselt ihr zum nächsten Schwierigkeitsgrad.

Die Lösung steht jeweils auf der Rückseite, so dass dein Kind auch allein mit den Karten üben kann.

Manche Karten sind leer. Ich habe dir hier trotzdem eine Uhr abgebildet. Du kannst sie verwenden, falls eine Karte mal verloren oder kaputt geht oder du übst damit nochmal eine Uhrzeit, die deinem Kind oft Schwierigkeiten bereitet.

Achte beim Üben darauf, dass dein Kind immer das Wort „Uhr“ dazu sagt. Also es ist 8 Uhr und nicht nur 8.

Bitte mische nicht die Lernkarten der verschiedenen Meilensteine, sonst ist es mitunter nicht immer eindeutig, welches die richtige Lösung ist (z. B. 13 Uhr oder 1 Uhr).

Da die Karten chronologisch erstellt wurden, mische jede Schwierigkeitsstufe vorm Einsatz erstmal gut durch.


Lernweg für dein Kind und Checkliste für dich

Hier findest du einen Lernweg zur Uhr für dein Kind und/oder eine Checkliste für dich zum Abhaken, wenn ein Meilenstein geschafft wurde

Lernweg Uhr und Checkliste