13 Minimalismus

13. Minimalismus

Minimalismus bedeutet, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren und Überflüssiges loszulassen. Ich selbst habe mich für einen minimalistischen Lebensstil entschieden.

Für Kinder ist es besonders wertvoll zu lernen, dass weniger oft mehr ist – mehr Zeit, mehr Zufriedenheit und mehr Freiheit. In diesem Kapitel zeige ich dir, wie Minimalismus im Alltag funktionieren kann und welche positiven Auswirkungen dieser Lebensstil auf den Umgang mit Geld hat.

13.1 Die Auswirkungen von Konsum

Übermäßiger Konsum kann zu Stress und Unzufriedenheit führen. In unserer Gesellschaft wird oft vermittelt, dass mehr Besitz zu mehr Glück führt, doch das Gegenteil ist oft der Fall. Kritisches Konsumverhalten hilft uns dabei, bewusste Entscheidungen zu treffen. Es ist wichtig, dass Kinder lernen, zwischen echten Bedürfnissen und kurzfristigen Wünschen zu unterscheiden.

Der bewusste Umgang mit Geld bedeutet, dass wir unsere Ausgaben kritisch hinterfragen. Weniger Besitz bedeutet mehr Freiheit, sowohl finanziell als auch emotional. Bescheidenheit und ein reduzierter Konsum können zu einer höheren Lebensqualität führen.

13.2 Achtsamkeit beim Konsum

Bevor ein Kauf getätigt wird, ist es sinnvoll, sich die Fragen zu stellen: Brauche ich das wirklich? und Wird mich dieser Kauf langfristig glücklich machen?. Kinder sollten lernen, dass viele Dinge, die Freude bereiten, wenig oder gar kein Geld kosten, wie Zeit mit der Familie oder ein Spaziergang im Park.

Durch den bewussten Verzicht auf unnötige Dinge lernen Kinder, den Wert von Geld und Besitz besser zu schätzen. Weniger zu besitzen, bedeutet auch, weniger Stress zu haben und sich auf das Wesentliche konzentrieren zu können.

13.3 Minimalismus im Alltag leben

Es gibt viele einfache Möglichkeiten, Minimalismus in den Alltag zu integrieren. Eine davon ist, bewusster einzukaufen. Ein konkreter Tipp ist zum Beispiel, gemeinsam mit der Familie eine Essensplanung zu machen, bei der du gezielt nur das kaufst, was ihr wirklich braucht. Am Sonntag könnt ihr euch zusammensetzen und entscheiden, was in der nächsten Woche gekocht wird. So vermeidet ihr Spontankäufe und es werden nicht unnötig Lebensmittel weggeworfen.

Die Strategie des Wartens

Ein wichtiger Teil des Minimalismus ist es, Geduld zu üben. Oftmals verspürt man den Impuls, etwas sofort zu kaufen, doch das Warten auf einen Kauf kann oft dazu führen, dass man merkt, dass man die Sache gar nicht so dringend braucht.

Mit deinem Kind kannst du einen Plan aufstellen, wie es auf größere Anschaffungen hin spart, anstatt sofort nachzugeben. So lernt es nicht nur den Wert des Geldes, sondern auch die Freude, die daraus entsteht, sich etwas durch Geduld und Planung zu erarbeiten.

Ich persönlich habe zum Beispiel eine Amazon-Wunschliste und wenn mir etwas einfällt, was ich gern hätte – meist ein neues Buch – packe ich es erstmal auf die Wunschliste. Dann vergesse ich es nicht wieder, jedoch kann nach einiger Zeit entscheiden (ich muss die anderen Bücher ja auch erstmal lesen), ob ich das ausgewählte Buch überhaupt noch möchte.

Die Freiheit durch weniger Besitz

Weniger zu besitzen bedeutet, sich auf die Dinge zu konzentrieren, die wirklich zählen. Indem Kinder lernen, sich auf ihre Lieblingssachen zu beschränken und überflüssige Gegenstände loszulassen, gewinnen sie mehr Raum für Kreativität und Freizeit. Sie entwickeln eine Wertschätzung für das, was sie haben, anstatt ständig nach Neuem zu streben.

Meine Tochter hat zum Beispiel eine Aussortierschublade. Es gibt so viel kleines Nippes zum Beispiel aus einer Zeitschrift, von Kindergeburtstagen und Überraschungseiern. Ich werfe nichts davon weg, doch packe einiges in die Aussortierschublade. Wenn diese voll ist, darf meine Tochter eine gewissen Anzahl davon behalten und der Rest wird aussortiert.

Bei uns im Ort ist auch 2x im Jahr Flohmarkt. Da ist meine Tochter durch ihr Zimmer gegangen und gemeinsam haben wir entschieden, welche Dinge sie nicht mehr benutzt und diese haben wir beim Flohmarkt verkauft. So hat sie zum Beispiel einen großen Teil von ihrem Fahrrad „erarbeitet“

Minimalismus

Hast du dir mal all dein Spielzeug genau angesehen? Vielleicht hast du ja schon gemerkt, dass du nur mit einigen Sachen richtig oft spielst, während andere Dinge nur herumliegen. Manchmal haben wir so viele Spielsachen, dass es uns schwerfällt, uns zu entscheiden, womit wir spielen wollen. Oder wir fühlen uns schlecht, weil wir einige Sachen schon lange nicht mehr in der Hand hatten.

Stell dir mal vor, du hättest weniger Spielzeug, aber dafür nur deine Lieblingssachen. Dann könntest du dich viel besser auf diese Spielsachen konzentrieren und richtig Spaß damit haben. Weniger ist oft mehr, weil du dich dann nicht immer zwischen so vielen Dingen entscheiden musst.

Wie wäre es, wenn du mal durch dein Kinderzimmer gehst und dir genau anschaust:

  • Mit welchen Spielsachen spiele ich wirklich oft und gern?
  • Welche Sachen brauche ich eigentlich gar nicht mehr, weil sie nur herumliegen?

Vielleicht findest du sogar etwas, das du spenden oder verkaufen kannst, um etwas mehr Geld für deine Sparziele zu haben. Oder du merkst, dass du gar nichts Neues kaufen musst, weil das, was du schon hast, vollkommen ausreicht, um dich glücklich zu machen.

Wenn du kritisch schaust, was du wirklich brauchst und was nicht, wirst du merken, dass du mit weniger Dingen oft glücklicher und freier bist.