8. Das Sparmodell
Geld zu sparen ist eine der wichtigsten Fähigkeiten, die Kinder lernen können, um langfristig einen verantwortungsvollen Umgang mit Finanzen zu entwickeln. Sparen bedeutet nicht nur, Geld zurückzulegen, sondern auch, bewusste Entscheidungen zu treffen: Gebe ich jetzt alles aus oder spare ich für einen späteren, größeren Wunsch?
Dieses Kapitel führt dich in ein Sparmodell ein, das deinem Kind helfen wird, Geld klug zu verwalten. Indem Kinder lernen, zu sparen, entwickeln sie Disziplin, Geduld und Verantwortungsbewusstsein – Fähigkeiten, die sie ihr ganzes Leben lang begleiten werden.
Das Sparmodell, welches ich dir hier vorstelle, besteht aus drei Säulen: kurzfristiges, mittelfristiges und langfristiges Sparen. Jede dieser Säulen hilft deinem Kind, einen Überblick über seine Ausgaben und Sparziele zu behalten. Wir werden uns ansehen, wie du deinem Kind diese Struktur beibringen kannst und wie es langfristig davon profitieren wird.
8.1 Warum Sparen wichtig ist
Das Sparen ist eine grundlegende Fähigkeit, die Kinder von klein auf lernen sollten. Es geht dabei nicht nur darum, Geld zurückzulegen, sondern auch darum, eine Balance zwischen dem kurzfristigen Konsum und dem langfristigen Vermögensaufbau zu finden. In diesem Kapitel möchte ich dir zeigen, wie du deinem Kind das Sparen näherbringen kannst und welche Vorteile es bietet, frühzeitig damit zu beginnen.
Oft haben Kinder (und auch Erwachsene) den Wunsch, sofort etwas zu kaufen, sobald sie Geld in der Hand haben. Doch um größere Ziele zu erreichen, ist es wichtig, geplante und bewusste Entscheidungen zu treffen. Deshalb halte ich es für sinnvoll, Kindern frühzeitig zu erklären, warum das Sparen nicht nur sinnvoll, sondern notwendig ist, um langfristig größere Wünsche oder wichtige Anschaffungen realisieren zu können.
Das Sparen hilft deinem Kind, seine finanziellen Ziele zu erreichen, sei es ein neues Spielzeug, ein größerer Wunsch oder die finanzielle Absicherung für die Zukunft. Aber Sparen ist noch mehr als das Zurücklegen von Geld: Es ist ein Werkzeug, um Verantwortung und Disziplin zu lernen, und es vermittelt die wichtige Fähigkeit, auf etwas hinzusparen, statt es direkt zu kaufen.
Ich möchte dir ein Sparmodell vorstellen, das deinem Kind hilft, seine Wünsche und Ziele in unterschiedliche Kategorien einzuteilen – von kurzfristigen Wünschen bis hin zu langfristigen Zielen, wie das Sparen für die Zukunft oder größere Anschaffungen. Kinder sollen verstehen, dass es nicht immer darum geht, sofort alles auszugeben, sondern dass man sich auch etwas zurücklegen kann, um später davon zu profitieren.
Kurzfristig, mittelfristig und langfristig sparen
Um das Sparen zu vereinfachen, kannst du deinem Kind helfen, seine Wünsche in drei Kategorien einzuteilen:
- Kurzfristiges Sparen: Für kleinere, spontane Wünsche, die man sich nach kurzer Zeit erfüllen kann.
- Mittelfristiges Sparen: Für größere Wünsche, auf die man etwas länger hinarbeiten muss.
- Langfristiges Sparen: Für wichtige, größere Ziele oder die Zukunft, wie größere Anschaffungen oder Rücklagen für später.
Diese Unterscheidung halte ich für besonders wichtig, damit dein Kind lernt, dass nicht jeder Wunsch sofort erfüllt werden muss. Je besser Kinder verstehen, dass sie mit Disziplin und Geduld ihre Ziele erreichen können, desto sicherer werden sie im Umgang mit Geld und desto mehr Freude werden sie daran haben, sich größere Wünsche zu erfüllen.
8.2 Das Sparmodell – So kann es gehen
Beim Sparen geht es darum, bewusst mit dem eigenen Geld umzugehen und zu entscheiden, wofür es verwendet werden soll. Kinder können von klein auf lernen, ihr Geld sinnvoll aufzuteilen, damit sie sich sowohl spontane Wünsche als auch größere Anschaffungen erfüllen können.
Das Sparmodell, das ich dir hier vorstelle, hilft deinem Kind, seine Ausgaben in drei verschiedene Bereiche zu unterteilen: kurzfristiges Sparen, mittelfristiges Sparen und langfristiges Sparen.
Kurzfristiges Sparen für spontane Wünsche
Das kurzfristige Sparen ist für die kleinen Wünsche im Alltag gedacht – Dinge, die dein Kind sich schnell und ohne große Planung leisten kann. Hierbei geht es um spontane Käufe wie eine Zeitschrift, Süßigkeiten oder einen Ausflug mit einem Freund zum Bäcker. Es ist wichtig, dass dein Kind lernt, sich das Geld gut einzuteilen und zu entscheiden, wofür es ausgegeben wird.
Wie funktioniert das? Dein Kind erhält eine bestimmte Summe X, zum Beispiel in Form von Taschengeld, und entscheidet selbst, wie viel es für diese spontanen Käufe verwenden möchte. Der Vorteil: Dein Kind lernt, eigene Entscheidungen zu treffen und auch einmal Fehler zu machen – zum Beispiel, wenn das ganze Geld zu schnell ausgegeben wird und der Wunsch nach einem anderen kleinen Kauf plötzlich nicht mehr erfüllbar ist.
Darf mein Kind alles kaufen, was es will?
Hier empfehle ich: Gib deinem Kind innerhalb dieses kleinen Geldtopfs die Freiheit, selbst zu entscheiden, wofür es das Geld ausgibt. Auch wenn es mal einen Fehlkauf macht, ist das eine wertvolle Lernerfahrung. Der Topf für kurzfristige Wünsche sollte allerdings nie zu groß sein, sodass auch wirklich die kleinen, spontanen Käufe darin Platz finden.
Mittelfristiges Sparen für größere Wünsche
Das mittelfristige Sparen ist für die größeren Wünsche gedacht – Dinge, auf die dein Kind eine gewisse Zeit hinarbeiten muss. Hierbei lernt dein Kind, dass es Geduld und Disziplin braucht, um größere Anschaffungen zu machen. Es könnte sich zum Beispiel um ein neues Spielzeug handeln, das etwas teurer ist, um einen Ausflug, für den dein Kind eine Weile sparen muss oder für ein neues Fahrrad.
Wie funktioniert das?
Dein Kind kann einen Teil seines Geldes für größere Anschaffungen zurücklegen. Eine Möglichkeit, dieses Sparen zu erleichtern, ist es, das Sparziel visuell darzustellen. Zum Beispiel könnt ihr zusammen ein kleines Poster oder Diagramm erstellen, auf dem das Sparziel abgebildet ist – sei es ein Bild des gewünschten Spielzeugs oder ein Diagramm, das den Fortschritt des Sparens zeigt. So sieht dein Kind, wie sich das Geld mit der Zeit ansammelt und es immer näher an sein Ziel kommt.
Auch hier ist es wichtig, deinem Kind beizubringen, dass Sparen nicht bedeutet, auf alles zu verzichten, sondern dass es sich um eine zeitliche Verschiebung handelt. Dein Kind kann lernen, dass es sich mit etwas Geduld und einem klaren Plan größere Wünsche erfüllen kann, die ihm am Ende vielleicht noch mehr Freude bereiten.
Im mittelfristigen Sparen liegt auch eine weitere Lernerfahrung: Die Entscheidung, ob man sich einen kleineren Wunsch sofort erfüllt oder ob man wartet und das Geld für ein größeres Ziel spart. Dies fördert die Zielstrebigkeit und hilft deinem Kind, den Wert des Geldes besser einzuschätzen.
Geld anlegen für die Zukunft
Die dritte Säule des Sparmodells ist das langfristige Sparen oder auch das Anlegen für die Zukunft. Dieser Teil ist besonders wichtig, weil er nicht nur deinem Kind dabei hilft, den Wert des Sparens zu verstehen, sondern auch dir als Elternteil. Häufig höre ich von Familien den Satz: „Am Ende des Geldes ist noch viel Monat übrig.“ Wenn man gerade so über die Runden kommt, ist der Gedanke, für die Zukunft zu sparen, oft sehr weit weg. Doch genau hier möchte ich dich ermutigen, einmal anders zu denken.
Es geht beim langfristigen Sparen nicht darum, große Summen zu sparen, sondern überhaupt erst einmal damit zu beginnen. Selbst wenn es nur 5 oder 10 Euro pro Monat sind – das zählt! Wichtig ist, dass dieses Geld gleich zu Beginn des Monats zur Seite gelegt wird, bevor es für andere Ausgaben verwendet wird.
Wenn du erst am Ende des Monats schaust, was übrig ist, wird es in den meisten Fällen kaum etwas sein. Deshalb: Dreh den Spieß um und lege zuerst etwas für die Zukunft deines Kindes (und vielleicht auch für deine eigene) beiseite.
Es ist ein normales Vorgehen, das gesamte verfügbare Geld auszugeben, weil es einfach da ist. Doch wenn du einen festen Betrag gleich am Anfang des Monats zurücklegst, wirst du merken, dass du es weniger vermisst und trotzdem gut über die Runden kommst. Sparen ist eine Einstellungssache, und der erste Schritt besteht darin, es zu einer Gewohnheit zu machen.
Den Zinseszinseffekt nutzen
Langfristiges Sparen wird besonders interessant, wenn man den sogenannten Zinseszinseffekt versteht. Der Zinseszins ist das exponentielle Wachstum deines Geldes. Es funktioniert so: Wenn du Geld anlegst, bekommst du dafür Zinsen, das ist eine Art „Belohnung“ dafür, dass du dein Geld nicht sofort ausgibst, sondern zur Verfügung stellst – zum Beispiel durch eine Geldanlage oder einen Sparplan.
Jetzt kommt der spannende Teil: Wenn du die Zinsen, die du bekommst, nicht ausgibst, sondern wieder anlegst, wächst dein Geld nicht nur um die Zinsen, sondern auch die Zinsen werden verzinst. Das bedeutet, dass dein Geld immer schneller wächst, je länger du es angelegt lässt.
Um das einfacher zu verstehen, stelle dir vor, du pflanzt einen Samen in die Erde. Dieser Samen wird zu einem Baum, der Früchte trägt. Wenn du die Früchte nicht sofort erntest, sondern einen Teil davon ebenfalls wieder einpflanzt, hast du bald noch mehr Bäume, die wiederum Früchte tragen. So wächst dein kleiner Samen zu einem ganzen Obstgarten heran. Das ist das Prinzip des Zinseszinseffekts. Mehr dazu im nächsten Kapitel.

Das Drei-Säulen-Sparmodell für Kinder
Hast du dir schon einmal etwas ganz doll gewünscht? Vielleicht ein Spielzeug, ein Ausflug oder sogar etwas Größeres wie ein Fahrrad? Aber hast du auch bemerkt, dass es gar nicht so einfach ist, sofort alles zu bekommen? Genau dafür gibt es das Sparen!
Es gibt drei Arten, wie du dein Geld sparen kannst, und wir nennen das die drei Säulen des Sparens. Jede Säule hilft dir, dein Geld so einzuteilen, dass du dir kleine Dinge jetzt und große Dinge später leisten kannst.
1. Kurzfristiges Sparen
Hier kannst du Geld für kleine Wünsche zurücklegen, die du dir bald kaufen möchtest. Vielleicht eine Tüte Gummibärchen oder eine Zeitschrift? Das Geld in dieser Säule kannst du für spontane Dinge ausgeben, wenn du unterwegs bist oder dir einfach etwas Kleines gönnen möchtest. Du kannst es direkt aus deinem Sparschwein nehmen!
2. Mittelfristiges Sparen
Manchmal hast du vielleicht größere Wünsche, wie ein neues Spielzeug oder ein Skateboard. Dafür legst du Geld beiseite und sparst es über eine längere Zeit. Stell dir vor, du sparst für ein Fahrrad oder einen Ausflug – das dauert etwas länger, aber es lohnt sich!
3. Langfristiges Sparen
Diese Säule ist für ganz große Wünsche in der Zukunft gedacht. Das kann etwas sein, was du erst in vielen Jahren brauchst, wie ein Auto oder eine Reise. Dieses Geld legst du auf ein besonderes Konto, und es wächst langsam, wie ein kleiner Baum, der immer größer wird. Mit der Zeit wird aus deinem gesparten Geld immer mehr – das ist der Zinseszinseffekt.
8.3 Investieren und Geld für sich arbeiten lassen
Mit Geld lässt sich nicht nur konsumieren, also Dinge kaufen wie Spielzeug oder Süßigkeiten. Man kann Geld auch investieren, um daraus mehr Geld zu machen. Das Investieren ist wie das Setzen eines Samens – es dauert eine Weile, bis der Baum wächst, aber mit der Zeit und der richtigen Pflege wächst daraus etwas Großes. So funktioniert auch das langfristige Anlegen von Geld: Man investiert jetzt, und mit der Zeit wächst das investierte Geld durch Zinsen und Gewinne.
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Geld für die Zukunft deines Kindes anzulegen. Eine sehr beliebte und sichere Methode ist der ETF-Sparplan. Mit einem kleinen monatlichen Beitrag kannst du hier bereits einen Grundstein für die finanzielle Zukunft deines Kindes legen. Der Vorteil eines ETF-Sparplans ist, dass er breit gestreut ist. Das bedeutet, dass das Geld in viele verschiedene Unternehmen investiert wird, wodurch das Risiko verringert wird, alles auf eine Karte zu setzen. Je früher du mit einem solchen Plan beginnst, desto mehr kann dein Kind langfristig davon profitieren.
Es ist wichtig, bei der Auswahl eines ETF-Sparplans auf eine breite Streuung zu achten – sowohl in Industrienationen als auch in Schwellenländern. Du kannst einen Dauerauftrag einrichten, der jeden Monat automatisch Geld in diesen Sparplan einzahlt. So musst du dich nicht weiter darum kümmern, und das Geld kann über die Jahre für dein Kind wachsen. Dafür musst du nur jetzt einmal aktiv werden.
Der langfristige Plan: Geduld und Sicherheit
Langfristiges Sparen erfordert eine besondere Qualität: Geduld. Im Gegensatz zu den kurzfristigen und mittelfristigen Sparzielen, die für kleinere Anschaffungen oder Wünsche da sind, geht es beim langfristigen Sparen um die Zukunftssicherung. Dies ist eine Säule, die du als Elternteil in die Hand nehmen solltest. Dein Kind kann zwar sehen, wie das Geld auf einem speziellen Konto wächst, aber es sollte nicht frei über dieses Geld verfügen können. So lernt es, dass dieses Geld für später gedacht ist – für eine größere Anschaffung, eine Ausbildung oder einfach als Sicherheitspolster für das Leben.
Wenn du also bereits einen Sparplan für dein Kind hast, kannst du stolz auf dich sein. Falls nicht, ermutige ich dich, diesen Schritt zu gehen. Es muss nicht viel sein, aber es ist wichtig, regelmäßig Geld zurückzulegen und so langfristig etwas für die Zukunft deines Kindes (und vielleicht auch für dich selbst) aufzubauen.
Dazu ein kleines Rechenbeispiel:
Wenn du für dein 10 jähriges Kind einen Sparplan (zum Beispiel einen ETF) bei einem Zinssatz von 5% anlegst und jeden Monat 5€ einzahlst und das für 50 Jahre fortgesetzt wird, habt ihr insgesamt 3000€ eingezahlt und dein Kind erhält durch die Zinsen insgesamt 13.343€.
5€ -> 5% Zinsen -> 50 Jahre -> 13.343€
10€ -> 5% Zinsen -> 50 Jahre -> 20.687€
25€ -> 5% Zinsen -> 50 Jahre -> 51.716€
8.4 Wie funktioniert die Börse und warum ist sie für dich und dein Kind wichtig?
Viele Eltern denken, die Börse sei kompliziert und riskant. Doch sie kann eine wertvolle Möglichkeit sein, langfristig Vermögen aufzubauen – nicht nur für dich, sondern auch für dein Kind. In diesem Abschnitt möchte ich dir einfach erklären, wie die Börse funktioniert und wie du dein Kind frühzeitig an das Thema Investieren heranführen kannst.
Die Börse – Ein großer Marktplatz für Unternehmensanteile
Die Börse kannst du dir wie einen Supermarkt vorstellen, aber statt Lebensmittel zu kaufen, werden dort Unternehmensanteile – also Aktien – gehandelt. Unternehmen, die Kapital benötigen, um zu wachsen oder neue Projekte zu starten, verkaufen diese Aktien an der Börse. Als Käufer einer Aktie erwirbst du einen Anteil an diesem Unternehmen. Du wirst also ein kleiner Mitbesitzer.
Je mehr Menschen das Unternehmen mögen und seine Produkte kaufen, desto erfolgreicher wird es. Dadurch steigt der Wert deiner Aktien, und du kannst einen Gewinn machen, wenn du die Aktie zu einem höheren Preis verkaufst, als du sie gekauft hast. Aber es gibt auch Zeiten, in denen der Aktienkurs sinkt, etwa wenn das Unternehmen schlechte Nachrichten hat oder Konkurrenzprodukte beliebter werden.
Ein Teil des Unternehmens – Das Beispiel von Nintendo
Nehmen wir als Beispiel das Unternehmen Nintendo, das dein Kind wahrscheinlich kennt. Wenn du eine Aktie von Nintendo kaufst, besitzt dein Kind einen kleinen Anteil an diesem Unternehmen. Je mehr Menschen die Nintendo-Spiele kaufen, desto erfolgreicher wird Nintendo – und deine Aktie wird wertvoller. Aber wenn ein anderes Unternehmen eine beliebtere Spielekonsole herausbringt, könnte der Wert der Nintendo-Aktien sinken.
Das Gute ist: Frühzeitig mit dem Investieren zu beginnen, hat einen großen Vorteil. Wenn du regelmäßig in Aktien oder ETFs investierst, wächst das Geld langfristig durch den Zinseszinseffekt. Das bedeutet, dass du nicht nur Geld durch den Wertzuwachs der Aktie verdienst, sondern auch durch Dividenden, also einen Anteil am Gewinn des Unternehmens, den du bekommst.
ETFs – Eine sichere Option für dein Kind
Aktien sind eine Möglichkeit zu investieren, aber du kannst das Risiko reduzieren, indem du nicht in ein einzelnes Unternehmen investierst, sondern in viele gleichzeitig. Genau das macht ein ETF (Exchange Traded Fund). Ein ETF sammelt Geld von vielen Anlegern und investiert es in verschiedene Unternehmen. So streust du das Risiko, und dein Kind profitiert von einem breiten Portfolio an Aktien.
Ein Juniordepot ist eine tolle Möglichkeit, um für dein Kind langfristig anzulegen. Du kannst es einfach einrichten, und schon mit kleinen Beträgen jeden Monat baust du langfristig ein Vermögen für dein Kind auf.
Wichtige Begriffe leicht erklärt
- Aktien: Anteile an einem Unternehmen. Wenn du eine Aktie kaufst, wirst du Mitbesitzer des Unternehmens.
- ETFs: Ein Fonds, der in viele verschiedene Aktien investiert. Er streut das Risiko und ist ideal für langfristiges Sparen.
- Zinseszins: Wenn du nicht nur Zinsen auf dein investiertes Geld bekommst, sondern auch auf die bereits erhaltenen Zinsen. Dein Geld wächst also schneller, je länger du es anlegst.
Bulle und Bär – Die Tiere der Börse
Vielleicht hast du schon einmal den Bullen und den Bären im Zusammenhang mit der Börse gehört. Diese Tiere stehen für die Marktdynamik:
- Der Bulle ist optimistisch und glaubt, dass die Kurse steigen.
- Der Bär ist pessimistisch und rechnet mit fallenden Kursen.
Die Börse ist wie eine Achterbahn – es geht mal hoch und mal runter. Aber wer langfristig investiert, kann von den Aufwärtsbewegungen profitieren.
Warum es sich lohnt, früh anzufangen
Investieren ist nicht nur für Erwachsene – dein Kind kann durch das langfristige Anlegen schon früh lernen, wie man Geld für sich arbeiten lässt. Der Erfolg an der Börse hängt oft von Geduld und Durchhaltevermögen ab. Wenn du jetzt anfängst, für dein Kind zu investieren, hat es den großen Vorteil, dass es Zeit hat. Zeit ist das wichtigste Kapital beim Investieren, weil der Zinseszinseffekt über die Jahre hinweg das Geld enorm vermehren kann.
Die Börse ist kein Ort, an dem man immer nur Gewinne macht. Aber durch breite Streuung (also das Investieren in viele verschiedene Aktien und ETFs) und das Halten über lange Zeit kann man langfristig erfolgreich sein. Der berühmte Investor Warren Buffett hat mit diesem Prinzip schon als Kind begonnen – und sein Erfolg kam durch Geduld und kluge Entscheidungen.

Wie die Börse funktioniert – Ganz einfach erklärt
Stell dir vor, es gibt einen großen Supermarkt, aber anstatt dort Lebensmittel zu kaufen, kannst du Anteile von Unternehmen kaufen.
Das ist die Börse! Unternehmen, wie zum Beispiel Nintendo oder Disney, verkaufen an der Börse kleine Teile von sich, die man Aktien nennt.
Was ist eine Aktie?
Eine Aktie ist ein kleiner Anteil an einem Unternehmen. Wenn du eine Aktie von Nintendo kaufst, gehört dir ein winziger Teil von Nintendo. Du wirst also ein bisschen zum Mitbesitzer! Wenn viele Leute die Spiele von Nintendo kaufen, wird das Unternehmen erfolgreicher, und deine Aktie wird mehr wert. Aber es kann auch sein, dass der Wert deiner Aktie sinkt, wenn ein anderes Unternehmen zum Beispiel eine bessere Spielekonsole herausbringt.
Wie kann ich Geld verdienen?
Wenn der Wert deiner Aktie steigt, kannst du sie teurer verkaufen, als du sie gekauft hast. So verdienst du Geld! Manchmal bekommt man auch Dividenden – das ist ein Teil vom Gewinn des Unternehmens, den du erhältst, weil du eine Aktie besitzt.
ETFs – Ein ganzer Korb voller Aktien
Anstatt nur Aktien von einem Unternehmen zu kaufen, kannst du auch einen ETF kaufen. Ein ETF ist wie ein großer Korb, der viele verschiedene Aktien enthält. Das ist praktisch, weil du so nicht alles auf eine einzige Firma setzt. Du verteilst dein Geld auf viele Unternehmen, und das kann sicherer sein.
Der Bulle und der Bär
An der Börse gibt es zwei wichtige Tiere: den Bullen und den Bären.
- Der Bulle steht für steigende Kurse. Wenn die Börse gut läuft, sagt man, es ist ein Bullenmarkt.
- Der Bär steht für fallende Kurse. Wenn es an der Börse nicht so gut läuft, nennt man das einen Bärenmarkt.
Geduld zahlt sich aus
An der Börse geht es manchmal auf und ab – wie bei einer Achterbahn! Aber wenn du Geduld hast und deine Aktien oder ETFs lange behältst, kannst du dein Geld vermehren. Das nennt man den Zinseszinseffekt. Je länger du investiert bist, desto mehr kann dein Geld wachsen – wie ein Baum, der langsam, aber sicher immer größer wird.
8.5 Unser Sparmodell – So lernt meine Tochter den Umgang mit Geld
Als meine Tochter Luanne noch klein war, haben wir begonnen, ihr ein eigenes Sparkonto bei der Sparkasse einzurichten. Ich dachte damals, das wäre eine gute Idee, um ihr zu zeigen, wie sie für die Zukunft sparen kann.
Dieses Konto nutzen wir heute noch für das mittelfristige Sparen. Auf diesem Konto bekommt sie bis zu einer bestimmten Summe sogar recht gute Zinsen – wenn das Geld über diese Summe hinausgeht, werden die Zinsen allerdings sehr gering.
Luanne hat die Möglichkeit, selbstständig zur Sparkasse zu gehen, um dort Geld auf ihr Konto einzuzahlen oder abzuheben. Das gibt ihr das Gefühl, eigenständig Verantwortung für ihr Geld zu übernehmen und sie versteht besser, dass ihr Geld nicht weg ist.
Zu Hause hat sie außerdem zwei Spardosen: eine kleine und eine größere. Die kleine Spardose ist für das kurzfristige Sparen gedacht, also für spontane Wünsche. Wenn sie zum Beispiel mit einer Freundin ein Eis essen gehen möchte, nimmt sie das Geld aus dieser Spardose.
Die große Spardose und das Sparkonto bei der Sparkasse nutzen wir für das mittelfristige Sparen. Als sie einmal auf einem Flohmarkt ihre Spielsachen verkauft hat, hat sie das Geld in diese größere Spardose gepackt. Sie spart hier für größere Anschaffungen, wie etwa ein neues Fahrrad. In regelmäßigen Abständen bringt sie das Geld auf ihr Sparkonto, bis sie sich das Fahrrad kaufen kann oder spart es für spätere Wünsche.
Zusätzlich haben wir bei der Comdirect ein Investitionskonto eingerichtet, auf das sie zwar nicht direkt zugreifen kann, aber sie weiß, was dort passiert. Jeden Monat fließen 25 Euro in einen ETF-Sparplan, damit sie langfristig für die Zukunft spart. Wir haben auch schon zweimal Aktien gekauft, etwa von Nintendo, weil sie so gerne Nintendo Switch spielt. Dabei haben wir gemeinsam gelernt, dass Investitionen manchmal gut laufen, aber auch mal weniger erfolgreich sein können. Und das ist auch okay, weil man so am besten lernt.
So hat Luanne zu Hause zwei Spardosen für die kurzfristigen und mittelfristigen Wünsche sowie ein Investitionskonto bei der Comdirect für das langfristige Sparen, auf dem das Geld automatisch wächst. Sie versteht schon früh, wie wichtig es ist, Geld gut einzuteilen, und lernt gleichzeitig den Wert von langfristigem Sparen und Investieren kennen.

