7. Einnahmen und Ausgaben im Überblick
Bevor wir uns der finanziellen Bildung deines Kindes widmen, ist es wichtig, dass du selbst einen guten Überblick über deine Einnahmen und Ausgaben hast. Denn nur so kannst du deinem Kind helfen, ein solides Verständnis für den Umgang mit Geld zu entwickeln. In diesem Kapitel lernst du, wie du für dich und deine Familie eine einfache Übersicht erstellst und wie du dies dann auf dein Kind übertragen kannst.
7.1 So gewinnst du den Überblick über eure Finanzen
Ich stelle dir hier ein mögliches System vor, welches ich mir überlegt habe, um den Überblick über meine Finanzen zu behalten.
Schritt 1: Eure Einnahmen
Bevor du mit einer Übersicht beginnst, ist es wichtig, deine Einnahmen zu kategorisieren. Dabei gibt es feste und variable Einnahmen:
- Feste Einnahmen: Das ist meist das Gehalt oder auch das Kindergeld, das regelmäßig auf dein Konto kommt. Diese Einnahmen bieten die Grundlage für deine Planung.
- Variable Einnahmen: Dazu gehören Bonuszahlungen, Steuererstattungen oder Geldgeschenke. Sie sind nicht regelmäßig, können aber für besondere Anschaffungen oder Rücklagen genutzt werden.
Ich empfehle dir, alle diese Einnahmen einmal im Jahr systematisch zu betrachten, um zu wissen, wie viel Geld dir tatsächlich zur Verfügung steht.
Schritt 2: Eure Ausgaben
Der nächste Schritt ist die Analyse deiner Ausgaben. Auch hier unterscheiden wir zwischen festen und variablen Ausgaben:
- Feste Ausgaben: Hierzu zählen Miete, Strom, Versicherungen und andere regelmäßige Zahlungen. Diese Kosten sind fest einzuplanen.
- Variable Ausgaben: Dazu gehören Lebensmittel, Freizeitaktivitäten oder Shopping. Diese variablen Kosten sind flexibler, aber oft auch schwieriger zu kontrollieren.
Ein bewährter Tipp ist, sich ein Wochenbudget zu setzen, um diese variablen Ausgaben besser im Blick zu haben.
Schritt 3: Die Übersicht
Nachdem du deine Einnahmen und Ausgaben kategorisiert hast, erstelle eine einfache Übersicht. Dies hilft dir, unnötige Kosten zu identifizieren und bewusst zu reduzieren, um mehr Geld für Sparziele oder besondere Wünsche zur Verfügung zu haben. Nutze Farben, um den Überblick zu erleichtern:
- Grün: Notwendige Ausgaben, die bleiben müssen (z.B. Miete, Strom).
- Gelb: Ausgaben, die man hinterfragen kann (z.B. Abos, Zusatzversicherungen).
- Rot: Unnötige Ausgaben, die reduziert oder gestrichen werden können.
Beende die rot markierten Posten und wiederhole diesen Vorgang 1x im Jahr. Ich mache es mit meiner Familie immer zu Beginn des Jahres.
Sobald du für dich selbst einen guten Überblick über Einnahmen und Ausgaben hast, kannst du dieses Wissen auf dein Kind übertragen. Im nächsten Schritt werden wir uns anschauen, wie du deinem Kind beibringen kannst, eine eigene Einnahmen- und Ausgabenübersicht zu führen – mit dem Ziel, ein Gefühl dafür zu entwickeln, was es sich leisten kann und was nicht.
7.2 Einnahmen deines Kindes
Eines der grundlegenden finanziellen Lernfelder für dein Kind ist das Taschengeld. Es ist eine Art "Einkommen" für dein Kind, das ihm hilft, den Umgang mit Geld zu üben und Verantwortung zu übernehmen. Dabei solltest du wissen, dass du als Elternteil nicht gesetzlich verpflichtet bist, Taschengeld zu zahlen. Es ist eine freiwillige Entscheidung. Meine Empfehlung: Wenn du dich dafür entscheidest, Taschengeld zu zahlen, dann bedingungslos. Verknüpfe es nicht mit bestimmten Handlungen oder Leistungen deines Kindes.
Wie viel Taschengeld ist sinnvoll?
Es gibt verschiedene Ansätze, um die Höhe des Taschengeldes zu bestimmen. Hier die zwei häufigsten Varianten:
- Variante 1: 50 Cent pro Lebensjahr. Das bedeutet, ein achtjähriges Kind bekommt 4 Euro pro Woche.
- Variante 2: 1 Euro pro Klassenstufe. Ein Drittklässler würde 3 Euro pro Woche bekommen.
Warum wöchentlich? Gerade für Grundschulkinder ist der Zeitraum zwischen monatlichen Zahlungen sehr lang. Wenn das Geld zu schnell weg ist, wird es schwer, den Überblick zu behalten und zu lernen, mit dem Budget hauszuhalten.
Mit wöchentlichem Taschengeld kann dein Kind das besser üben. Zudem empfehle ich, das Geld in Bargeld zu zahlen. So kann dein Kind den Wert des Geldes besser greifen und einschätzen.
Taschengeld als Übung für das spätere Leben
Taschengeld bietet deinem Kind die Möglichkeit, selbstständig zu lernen, wie man mit begrenzten Mitteln umgeht. Es lernt, wie man spart, wie man Ausgaben plant und dass Geld nicht unendlich zur Verfügung steht.
Das ist eine Generalprobe für den späteren Umgang mit Geld und ein wertvoller Schritt in Richtung Selbstständigkeit und Selbstwirksamkeit.
Taschengeld nicht an Schulnoten binden
Eine wichtige Regel: Verknüpfe Taschengeld nicht mit guten Schulnoten. Schulnoten sind stark an den Selbstwert des Kindes gekoppelt, und eine finanzielle Belohnung für Noten kann leicht zu Druck und Enttäuschung führen. Stattdessen könnte es sinnvoll sein, wenn Oma oder Opa für ein gutes Zeugnis etwas Geld schenken, aber ohne Leistungsdruck.
Zusatzeinnahmen durch Geschenke
Zusätzlich zum Taschengeld gibt es weitere Einnahmequellen für dein Kind. Beispielsweise Geldgeschenke zu Weihnachten, zum Geburtstag oder von Großeltern bei besonderen Anlässen. Das ist eine wichtige Einnahmequelle, bei der du dein Kind unterstützen kannst, das Geld klug zu nutzen – ein Teil für sofortige Wünsche, ein Teil zum Sparen (dazu im nächsten Kapitel mehr).
Selbständig Geld verdienen
Eine weitere Möglichkeit, wie dein Kind selbst Geld verdienen kann, sind kleine Jobs. Ich finde, dass du für alltägliche Aufgaben wie das Zimmer aufräumen oder Geschirrspülen kein zusätzliches Geld gezahlt werden sollte, da diese zu den familiären Pflichten zählen. Stattdessen eignen sich je nach Alter deines Kindes besondere Aufgaben wie:
- Rasenmähen
- Autowaschen
- Babysitten oder Nachhilfe
- Zeitungsaustragen
- Hundespaziergänge oder
- Erledigungen für Nachbarn
Diese Tätigkeiten bieten eine tolle Möglichkeit, um zu lernen, dass man durch Arbeit Geld verdienen kann, und sind eine wertvolle Ergänzung zum Taschengeld.

Wie kommst du eigentlich zu Geld?
Hast du dich schon mal gefragt, wie du eigentlich Geld bekommst? Es gibt mehrere Möglichkeiten!
Eine davon ist das Taschengeld. Manche Kinder bekommen von ihren Eltern jede Woche oder jeden Monat Geld. Damit kannst du dir etwas kaufen oder sparen. Vielleicht bekommst du 50 Cent oder 1 Euro pro Woche, das hängt davon ab, wie alt du bist.
Dann gibt es auch noch das Geld, das du zu besonderen Anlässen bekommst. Zum Geburtstag, an Weihnachten oder wenn du ein Zeugnis bekommst, geben dir vielleicht deine Großeltern oder deine Eltern etwas Geld als Geschenk.
Manchmal kannst du auch durch kleine Arbeiten Geld verdienen! Vielleicht hilfst du beim Rasenmähen, Autowaschen oder du gehst mit dem Hund der Nachbarn spazieren. Für solche Aufgaben bekommst du oft ein kleines Taschengeld extra. So merkst du, dass man durch Arbeit auch Geld verdienen kann – das macht dich stolz!
Aber eines ist wichtig: Geld verdient man nicht für Dinge, die man zu Hause sowieso machen sollte, wie Zimmer aufräumen oder den Tisch decken.
7.3 Ausgaben deines Kindes
Wenn es darum geht, Kinder in den bewussten Umgang mit Geld einzuführen, ist es wichtig, ihnen zu zeigen, dass es unterschiedliche Arten von Ausgaben gibt. Denn nicht jeder Euro, den wir ausgeben, ist gleich – es gibt unterschiedliche Töpfe und Ziele, für die das Geld verwendet wird.
Die verschiedenen Arten von Ausgaben
Es gibt viele Bereiche, in denen Geld ausgegeben wird, und es ist sinnvoll, diese in Kategorien einzuteilen. Hier sind einige der wichtigsten:
- Spontankäufe
Diese Ausgaben sind oft unüberlegt und passieren spontan. Dazu gehören zum Beispiel eine Süßigkeit im Supermarkt, ein Eis mit Freunden oder das Plastikspielzeug aus der Zeitschrift. Spontankäufe sollten nicht zu häufig passieren, da sie oft den langfristigen Sparzielen im Weg stehen. - Langfristige Anschaffungen planen
Hier geht es um größere Anschaffungen, die gut überlegt und geplant sein müssen. Vielleicht wünscht sich dein Kind ein neues Fahrrad oder ein teures Spielzeug. Diese Ausgaben erfordern Geduld und Sparen, bis genug Geld vorhanden ist. - Sparen für spätere Anschaffungen
Für bestimmte Dinge braucht dein Kind möglicherweise eine längere Zeit zum Sparen, da es erst in ferner Zukunft relevant ist. Das könnten etwa größere Wünsche sein, wie eine Reise, ein eigenes Auto oder für die erste eigene Wohnung. Das Sparen auf solche Ziele zeigt dem Kind, dass man nicht immer alles sofort haben kann und dass es sinnvoll ist, an die Zukunft zu denken. - Spenden
Es ist auch wichtig, deinem Kind zu vermitteln, dass ein Teil des Geldes für andere Zwecke genutzt werden kann, wie etwa das Spenden für wohltätige Zwecke. Dies kann helfen, ein Bewusstsein dafür zu schaffen, dass nicht nur der eigene Konsum wichtig ist, sondern auch das Teilen.
Ein Budget für die Familie oder das Kind festlegen
Um einen Überblick zu behalten und gezielt zu sparen, ist es hilfreich, als Familie oder auch nur für das Kind ein Budget festzulegen. Wie viel Geld darf in dieser Woche für Spontankäufe ausgegeben werden? Und wie viel soll für langfristige Ziele beiseitegelegt werden?
Durch das Festlegen eines Budgets lernen Kinder, dass das Geld nicht unendlich vorhanden ist und es gut geplant werden muss, um alle Bedürfnisse und Wünsche abzudecken.
